Generationsübergreifende Wohngemeinschaften – Kann Jung und Alt unter einem Dach den Wohnungsmangel lösen?

Die Idee klingt bestechend einfach: Ältere Menschen mit viel Wohnraum und junge Wohnungssuchende teilen sich eine Immobilie. Gemeinsam leben, voneinander lernen und dabei noch den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Doch kann dieses Konzept wirklich die Lösung für die Wohnungskrise sein?

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, will das Münchner Start-up „Ingemeinschaft“ genau das möglich machen. Die Plattform vermittelt generationsübergreifende Wohnpartnerschaften und hat bereits rund 20 solcher WGs im Großraum München realisiert. Die älteste Vermieterin ist 81, der jüngste Mieter 22 Jahre alt. „Viele brauchen das Geld nicht, freuen sich aber über die Gemeinschaft“, erklärt der Kölner Gründer Philipp Bögner.

Im Artikel wird auch beschrieben, dass über die Hälfte der Deutschen Mehrgenerationenwohnen laut einer Immoscout24-Umfrage negativ bewertet. Bedenken gebe es vor allem wegen unterschiedlicher Lebensgewohnheiten, fehlender Privatsphäre und möglicher Generationenkonflikte. Hier soll zunächst einmal angemerkt werden, dass unter Mehrgenerationenwohnen sehr unterschiedliche Wohnformen zu verstehen sind. Das geht von der anfangs beschriebene altergemischten Wohngemeinschafte bis zu einem Wohnhaus, in dem man sich nicht zwangsläufig begegnen muss. Ebenso sollte erwähnt werden, dass die Zustimmung zu Mehrgenerationenwohnen mit dem Alter wächst. Haben Jüngere also Bedenken, sich später um die Alten kümmern zu müssen?

Auch der Ansatz, ältere Menschen zum Wohnungstausch zu bewegen, scheiterte. Die LEG-Initiative „Wohnen für Generationen“ musste 2017 eingestellt werden – trotz attraktiver Konditionen gab es nur zwölf Wohnungstausche.

Fazit: Altersgemischte Wohngemeinschaften sind eine charmante Nische, aber kein Massenlösungsansatz für den Wohnungsmangel. Es braucht Menschen, die bewusst Gemeinschaft suchen – und davon gibt es zu wenige, um die strukturellen Probleme des Wohnungsmarktes zu lösen.

Jung udn Alt am Küchentisch, spielend

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