In Köln sollen Bauprojekte künftig deutlich schneller genehmigt werden. Mit dem sogenannten Wohnungsbau-Turbo können Bauanträge automatisch als genehmigt gelten, wenn die Stadt Köln sie nicht innerhalb von drei Monaten ablehnt. Die Stadt will die neue Regelung der Bundesregierung zügig umsetzen und plant bereits am 19. März einen Dringlichkeitsbeschluss im Stadtrat.
Kern der Neuregelung ist eine massive Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Kommunen können künftig auf langwierige Bebauungspläne verzichten, die bislang oft mehrere Jahre dauerten. Stattdessen reicht eine dreimonatige Prüfung aus, um den Wohnungsbau zu ermöglichen. Grundlage dafür ist die sogenannte Zustimmungsfiktion: Reagiert die Verwaltung nicht rechtzeitig, gilt der Bauantrag automatisch als genehmigt.
Oberbürgermeister Torsten Burmester sieht im Bau-Turbo ein zentrales Instrument gegen die Wohnungsnot in Köln. Der Kölner Wohnungsmarkt ist seit Jahren stark angespannt, mit steigenden Mieten und zu wenigen Neubauten. Ein Gutachten des Landes NRW aus dem Jahr 2024 zählt Köln zu den Kommunen mit der höchsten Marktanspannung.
Die Sonderregelung ist zunächst bis Ende 2030 befristet. Bis Ende 2029 soll geprüft werden, ob der Wohnungsbau-Turbo tatsächlich zur Schaffung neuen Wohnraums beiträgt.

