Köln kämpft weiter mit angespannten Wohnkosten: Mieten und Kaufpreise steigen, der Bedarf ist enorm und die Lücke zwischen Nachfrage und Neubau groß. Besonders betroffen sind Azubis und ältere Menschen. Jetzt braucht es klare Schritte von Politik, Vermietern und der Stadt, damit bezahlbarer Wohnraum schneller verfügbar wird.
Köln erlebt weiterhin steigende Mieten und Kaufpreise, der Wohnungsbedarf gehört laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zu den höchsten in Deutschland. Der Kölner Express berichtete Ende Januar 2026 von einer Studie der IG Bau; der „Soziale Wohn-Monitor“ vom Pestel Institut zeigt, wer die Verlierer sind: vor allem Azubis und ältere Menschen.
Rund 20.100 Ausbildungssuchende in Köln wohnen oft noch bei den Eltern, weil eigene Wohnungen oder WG-Zimmer zu teuer sind. Das kann Ausbildungsverträge verhindern und auch Betriebe belasten. In einer zweiten Bevölkerungsgruppe droht “Wohnarmut im Alter”. Niedrige Renten und ein Übermaß an Baby-Boomern lassen befürchten, dass sich immer mehr Ältere ihre Wohnung bzw. eine bedarfsgerechte neue nicht mehr leisten können.
Was jetzt passieren muss:
- Mehr Sozialwohnungen schaffen: Die IG Bau rechnet NRW-weit bis 2035 mit mindestens 500.000 fehlenden Sozialwohnungen. Kommunen wie Köln sollten sich klar zu diesem Ziel bekennen und finanziell unterstützen.
- Mietpreise stabiliseren: Seit Jahren steigen Mieten, insbesondere in Großstädten wie Köln. Die Folgen beginnen bei Abwanderung von Bewohnenden, Gentrifizierung, leere Innenstädte, Mietwucher bis hin zu illegaler Nutzung als Ferienwohnungen. Hier müssen Regelungen geschaffen und deren Einhaltung konsequent verfolgt werden.
- Schneller bauen: In Köln ist geplant, den Bau von Wohnungen durch vereinfachte Bebauungspläne, mit Prüfung in drei Monaten, statt mehrerer Jahre und der automatischen Genehmigungen bei Bauanträgen zu beschleunigen. Doch dafür braucht es zunächst einen Ratsbeschluss und der kann in Köln dauern.

