Gerade wurde wieder festgestellt, dass Köln beim Thema Wohnen preislich landesweit an der Spitze liegt. Aber was bedeutet das eigentlich für die Stadt?

Aussterbende oder geteilte Städte
Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen ziehen aus der Stadt weg. Es bleiben die Wohlhabenden wohnen. Oder die Spekulanten. Das kann zur Ausdifferenzierung nach Klassen, in diesem Fall Gehaltsklassen, führen und eine gute Durchmischung in der Stadt verhindern. Werden wir irgendwann „Mittelklasse-Ghettos“ haben?
Stand heute wird ein großer Teil des Rheinauhafens kaum bewohnt und in vielen Veedeln finden sich halbe Straßenzüge mit „Ferien-Wohnungen“. So kann man eine Stadt auch langsam aussterben lassen.
Erhöhtes Verkehrsaufkommen
Menschen, die aufgrund von hohen Mieten außerhalb der Stadt wohnen, haben oft noch einen Arbeitsplatz in der Stadt. Das erhöht das Verkehrsaufkommen, leider nicht nur im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Trotz Klimakrise nimmt auch der PKW-Verkehr wieder stetig zu. Und die Belastung der Menschen durch die tägliche Pendelei.
Fehlendes Fachpersonal in Städten
Menschen, die die Strapazen der täglichen Pendelei nicht mehr auf sich nehmen wollen, suchen sich Arbeit außerhalb der Stadt, in Wohnortnähe. Oder Menschen, die einen Job in der Stadt haben könnten, finden keine bezahlbare Wohnung. Damit fehlt es in Geschäften, Kliniken, Arztpraxen, Handwerkbetrieben, Kitas und an vielen andere Stellen an Personal und es können weniger Dienstleistungen angeboten werden. Manche Betriebe müssen sogar schließen.
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Ja, das ist alles plakativ und vereinfacht dargestellt. Es zeigt jedoch die Wechselwirkungen von Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Klima, Gesundheit … Bezahlbare Mieten sind auf allen Ebenen ein Gewinn, nur eben nicht für die, denen Umwelt und Gesellschaft völlig egal sind.
Wie teure Mieten das System Stadt gefährden, hat zdf heute bereits im April 2024 in einem Bericht dargestellt.
