Deutschland baut teuer: Studie zeigt hohe Baukosten, schrumpfende Haushalte und die Zukunft des Wohnens

Das Pestel Institut hat bereits 2023 eine spannende Studie veröffentlicht. „Status und Prognose: So baut Deutschland – so wohnt Deutschland“ beauftragt durch den Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) e.V.

Hier wird u.a. deutlich wie hoch der Bedarf an kleineren Wohneinheiten bzw. neuen Wohnformen für die privaten Haushalte ist und in den kommenden Jahren sein wird. Die über Jahrzehnte zu beobachtende stetige Haushaltsverkleinerung wird in einer alternden Gesellschaft weiter voranschreiten.

Auch die Baukostenentwicklung im deutschen Wohnungsbau zeigt, dass die Schaffung von. bezahlbarem Wohnbau kaum noch möglich ist. Wie in der Studie beschrieben ist, liegt der Median der Erstellungskosten inkl. Grundstückskosten (Investitionskosten) für Wohnraum in deutschen Großstädten aktuell bei ca. 5.148 €. Dementsprechend müsste die Kaltmiete pro qm bei einer frei finanzierten Vermietung mindestens 17,50 EUR betragen.

Was das Wohnen so teuer macht? Technischen Anforderungen, die Baulandpreise und zusätzliche, spezifische Standortanforderungen bei innerstädtischen Bauprojekten sowie die Preisentwicklung, die derzeit auf sehr hohem Niveau liegt. In diesem Zusammenhang ist es besonders spannend zu sehen, was es genau ist, dass die Teuerung ausmacht. „Explodierende“ Baupreise sind es nämlich nicht, wenn man nur die allgemeine Inflation betrachtet.

„Dramatischer und tiefgreifender ist hingegen die Entwicklung bei den Bauwerkskosten. Sie kennzeichnen die Kosten, die zum jeweiligen Zeitpunkt entstehen, wenn ein Quadratmeter Wohnraum in einem Mehrfamilienhaus nach den gesetzlichen, normativen und sonstigen Mindeststandards, die in Deutschland gelten, geschaffen wird.“ Ja, Energieeffizienz ist wichtig, Barrierefreiheit und hohe Qualitätsstandards sind großartig, aber mittlerweile fast nicht mehr bezahlbar. Daher geht es auch um die Frage, welche Wohnstandards notwendig, realisierbar und bezahlbar sind und auf welche Ansprüche verzichtet werden kann. Oder kurz gesagt: Wie man die 50 Ordner mit den deutschen Bauvorschriften deutlich reduzieren kann.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen